Der Reisebericht ...
Die beiden Organisatoren Ernst Rickenbacher und René Siegrist begrüssten 21 Männer der Männerriege Zeglingen
in den frühen Morgenstunden auf dem Perron des Bahnhof Tecknau. Nach einer kurzen Instruktion und der Verteilung
der Gruppenreisen-Coupons bestieg die muntere Schar den Zug in Richtung Olten - Luzern - Arth Goldau -
Göschenen mit dem Ziel Bellinzona. Kurz umsteigen und weiter ging die Reise nach Rivera.
Ein kurzer Fussmarsch, erneut anstehen und schliesslich mit den modernen 4er-Gondeln in einer 30minütigen
Fahrt hinauf zur Alpe Foppa (1530MüM). Bereits zu diesem Zeitpunkt herrschten rund 26 Grad und der Himmel zeigte sich in
seinen schönsten blauen Farben und Farbfacetten.
Die Alpe Foppa ist auch die Heimat der wunderschönen Kapelle Santa Maria degli Angeli vom Architekten Mario Botta.
Diese zwischen 1992 bis 1994 erbaute Kirche bietet vielfältige und vor allem einzigartige Perspektiven. Ein Besuch
dieses Treffpunktes von Architektur, Malerei und Andachtsraum lohnt sich auf jeden Fall.
Nach der freien Besichtigung ging es zur Alpwirtschaft, um sich nochmals zu stärken. Das nächste Ziel lag rund
350 Höhenmeter über der Endstation der Alpe Foppa. Die kleine Hütte Capanna Tamaro (1867MüM) bot eine
atemberaubende Aussicht ins Tessin und ins naheliegende Italien. Der Hüttenwart und seine Mitarbeiterinnen servierten
typische Tessiner Spezialitäten, wie die berühmte Minestrone, der herzhaften Polenta mit Gorgonzola Köse
oder gar dem Tessiner-Teller und alles mit einem erfrischenden Glas Merlot del Ticino.
Nach der Mittagspause führte uns der Weg in Richtung Monte Tamaro (1961MüM). Kurz unterhalb des letzten sehr steilen
Aufstiegs trennte sich die Gruppe zwischen den Gipfelstürmern und den Höhenwandern. Die perfekte Aussicht, das
Gipfelkreuz, das Gruppenfoto und der Eintrag ins Gipfelbuch gehören zu einem bekannten Prozedere in der Bergwelt. In der
Männerriege gehört natürlich auch der Gipfelwein dazu. Dieser wurde vom Berichteschreiber in einer Kühltasche
hinaufgetragen. Genuss hat Tradition und ist eben auch mit einer gewissen Bürde versehen.
Leider blieb den Gipfelstürmern nur wenig Zeit und so begann der kurze Abstieg zurück auf den Höhenweg.
Dieser führte uns während den nächsten drei Stunden zum Nachtlager auf dem Monte Lema. Die Anstrengungen dieser
nicht schwierigen aber anspruchsvollen Wanderung standen einigen der Männerriegler ins Gesicht geschrieben. Doch nach einer
Dusche und dem berühmten ersten Schluck Bier kehrte schon bald wieder Begeisterung und Vorfreude auf das Nachtessen ins
Gesicht zurück.
Das Nachtessen, ebenfalls eine Reise durch Tessiner Spezialitäten wurde vom Wirt und seinen beiden Helferinnen mit viel Liebe
serviert und die Gastfreundschaft dauert daher auch einige Stunden, bis nach einem letzten Grappa, einem erfrischenden Nussschnapps
und dem Schlummerbecher auch die letzten Nachtschwärmer den Weg ins Bett fanden.
Der nächste Tag begann ohne Sonne mit einem frischen Wind, schweren Beinen und zum Teil mit müden Gesichtern. Bereits kurze Zeit
nach dem Frühstück ging die Reise der Männerriege weiter. Mit der modernen Bahn ging es hinuter ins Tal nach Miglieglia und
von dort zu Fuss über Novaggio nach Banco. Direkt hinter Banco liegt die kleine Osteria di Palma, welche uns mit ihrem Risotto con Funghi
mit Braten verwöhnte.
Nach einem guten Essen bildeten sich rasch vier Tische mit Jassern und der Tisch der Geniesser. Als Erinnerung bleibt das Gruppenfoto
und einige Minuten in einer beschaulichen und überaus freundlichen Umgebung. Der letzte Fussmarsch führte uns zurück nach Banco
zur Bushaltestelle und von dort per Bus und Bahn nach Lugano. Es folgte die lange Reise von Lugano zurück nach Zeglingen. Diese Rückreise
bot nochmals vielen Männern die Gelegenheit zum Jassen, sich zu erholen, eine Kleinigkeit zu essen oder über die Erlebnisse zu
diskutieren.
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